Grabungsprojekt Frangissa (Zypern), zus. mit Dr. M. Recke (Universität Frankfurt) (Kobusch)

Zwei Studenten und eine Tasse Kaffee

Bildnachweis: Max Ohnefalsch-Richter, Die antiken Cultusstätten auf Kypros (Diss. Universität Leipzig 1891) Taf. 6

1885 legte M. Ohnefalsch-Richter einen Teil eines Apollon-Heiligtums im Tal von Frangissa frei. Ergebnis der Ausgrabung war eine reiche Skulpturenausstattung von archaischer bis hellenistische Zeit, die in verschiedene Museen gelangte. Nach erfolgter Freilegung wurden die baulichen Reste inklusive der Statuenbasen wieder zugeschüttet und der genaue Standort des Heiligtums geriet in Vergessenheit. Durch Archivstudien ist es M. Recke gelungen, den Standort des Heiligtums auf ein Tal bei Pera Oreinis einzuschränken. Ziel des gemeinsamen Projektes ist nun die wissenschaftliche Aufarbeitung dieser Altgrabung. In einer ersten Kampagne im Herbst 2020 konnte mit Hilfe eines archäologischen Surveys und geophysikalischer Prospektionen (GPR) der genaue Standort des Heiligtums verifiziert werden. In einer zweiten Kampagne, die für 2021 geplant ist, sollen die alten Grabungsschnitte wieder geöffnet und die in situ verbliebenen Strukturen dokumentiert werden, um wichtige Aufschlüsse über die Geschichte des Heiligtums und die rituellen Praktiken zu erhalten. Bei den Grabungen 1885 wurde der Fundkeramik keine Beachtung geschenkt. Daher liegt ein Fokus des Projektes auf der Aufarbeitung dieser Fundgattung. Hierfür ist auch eine Ausweitung der Grabung auf bislang nicht angetastete Bereiche geplant um eine ungestörte Stratigraphie zu erhalten.


Das Projekt wird großzügig durch das Alexander Malios Research Institute for Cypriot Heritage and Archeology (AMRICHA) in Leipzig gefördert.