Hieronische Architektur. Überlegungen zu einem modernen Forschungskonstrukt (Krüger)

Tempel der Despoina
Luftbild vom Parco Archeologico della Neapolis in Syrakus mit Theater und Hieron-Altar Bildnachweis: Agostino Sella/ wikimedia commons Quelle


Unter dem Schlagwort hieronische Architektur sind von der archäologischen Forschung verschiedene baukünstlerische Sonderformen, bestimmte Bautypen und Konstruktionstechniken der Architektur Siziliens in hellenistischer Zeit zusammengefasst worden. Die Entwicklung und Verbreitung dieser Formen ist zumeist auf den Königshof in Syrakus zurückgeführt worden, der besonders unter Hieron II. als innovatives Kunst- und Innovationszentrum aufgefasst wird. Darüber hinaus ging man lange davon aus, dass mit einzelnen Bauformen, wie z. B. den Stützfiguren im sog. Atlantenschema herrschaftsideologische Konzepte Hieron II. vermittelt wurden.

Ziel des Dissertationsprojektes ist es, bisherige Interpretationsmodelle zur hellenistischen Architektur Siziliens in den Blick zu nehmen und einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Im Fokus stehen hierbei besonders die mit der Entwicklung und Rezeption der sog. hieronischen Architektur verbundenen Prozesse, die erstmals unabhängig von historischen Modellen, in deren Zentrum König Hieron II. steht, auf archäologischer Basis nachvollzogen werden sollen, umso die hellenistische Architektur Siziliens neu bewerten zu können.