Die Bedeutung des Heiligtums der Artemis Limnatis in Messene für Stadt und Landschaft

Messene Feuser
MesseneFoto: Feuser


Die Gründung von Messene 369 v. Chr. nach der Niederlage Spartas bei Leuktra war ein ideologisch aufgeladener Akt, der besonderen Aufwand hinsichtlich der Integration des Territoriums und der städtischen Selbstdarstellung erforderte. Für die Wahl des Ortes sowie die topographische Konzeption der Stadt Messene war der Ithome nicht nur als fortifikatorisches Bollwerk relevant, sondern auch als traditioneller Kultort. hier weiterlesen In seinem Hang wurde in exponierter Lage ein Heiligtum der Artemis Limnatis gegründet. Am Beispiel dieses Heiligtums soll exemplarisch die Bedeutung von Sakralbauten für die Gründung der Polis Messene und für die Entwicklung einer messenischen Identität herausgearbeitet werden. Mit Blick auf die Stadtgeschichte und die Genese des Heiligtums ist vor allem eine Klärung der Gründungszeit relevant. Angesichts der oft vagen Daten, die bei anderen Heiligtümern der Stadt zur Verfügung stehen, bietet sich die ausgezeichnete Möglichkeit, durch gezielte Sondagen stratifizierte Funde zu erfassen. Neben Sondagen und Säuberungen sollen durch Sichtbarkeitsanalysen Aussagen zu den Sichtbezügen des Heiligtums und damit zu dessen Positionierung innerhalb des sakralen und politischen Raums der Landschaft Messenien ermöglicht werden. Somit soll ein wesentlicher Beitrag für die aktuell geführte Diskussion um die messenische Identität und die Entwicklung der Polis Messene geleistet werden.

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Petros Themelis, Society of Messenian Archaeological Studies, Athen und Prof. Dr. Detlev Wannagat, Universität Rostock durchgeführt.