Bild und Schrift auf griechischer Keramik

Zwei brettspielende Bewaffnete, dazwischen Inschriften
Zwei brettspielende Bewaffnete, dazwischen InschriftenBildnachweis: Louvre MNB 911, photographiert von Marie-Lan Nguyen, gemeinfrei. Quelle


In meiner Doktorarbeit mit dem Titel "Writing on Archaic Athenian Pottery. Studies on the Relationship between Images and Inscriptions on Greek Vases", mit der ich im Jahr 2012 an der Universität Cambridge promoviert wurde, beschäftigte ich mich mit dem Phänomen der griechischen (vor allem attischen) Vaseninschriften archaischer Zeit und ihrem Verhältnis zu den Bildern, in die sie hineingeschrieben sind. hier weiterlesen

Meine Dissertation hatte zwei Ziele: Zum einen soll sie einen chronologischen Überblick über das Verhältnis zwischen Inschrift und Bild auf bemalter griechischer, vornehmlich attischer Keramik zwischen dem 7. und dem frühen 5. Jahrhundert v. Chr. bieten, zum anderen einen Beitrag zum allgemeinen Verständnis leisten, wie Bild und Text interagieren, wenn die beiden Medien sehr eng miteinander kombiniert sind.

Die wenigen Monographien, die es bereits zu griechischen Vaseninschriften gibt, beschäftigen sich vor allem mit philologischen und epigraphischen Aspekten und ignorieren beinahe vollständig das komplexe Verhältnis zwischen dem, was man lesen, und dem, was man sehen kann. Bisher haben nur sehr wenige Forscher darauf hingewiesen, daß Buchstaben in griechischen Vasenbildern als graphische Elemente zum verbalen und visuellen Verständnis betrachtet werden sollten, und haben Wege aufgezeigt, wie dieses Phänomen im Verhältnis zu den sozio-kulturellen Kontexten, für die griechische Keramikgefäße hergestellt wurden, analysiert werden kann.

Meine Arbeit richtet sich teils an diesen, teils an allgemeinen bildwissenschaftlichen Erkenntnissen aus; dieser interdisziplinäre Ansatz kombiniert eine sorgfältige Untersuchung des Materials mit relevanten Aspekten der Medientheorie, wobei immer auf den spezifischen kulturellen, intellektuellen und sozialen Kontext der Gefäße Rücksicht genommen wird. Indem sie als wichtigste kulturelle Triebfeder, die zur Entwicklung des Phänomens führt, die Absicht der Hersteller identifiziert, bemalte Keramik im Kontext des archaischen Symposions (wo Unterhaltung jeglicher Art eine wichtige Rolle spielte) immer interessanter zu machen, zeigt meine chronologische Analyse auf, was für eine erstaunliche Bandbreite an Techniken von den Handwerkern entwickelt wurde, um das Verhältnis zwischen Inschrift und Bild in ihrem Sinn auszunutzen.

Die Arbeit wird gegenwärtig zur Publikation vorbereitet; drei Aufsätze, die daraus erwachsen sind bzw. einzelne Aspekte vertiefen, wurden und werden 2015 und 2016 veröffentlicht.