Die Bildnisbüsten der weiblichen Angehörigen des Kaiserhauses römischer Zeit

Büste der Julia Domna im Vatikan
Büste der Julia Domna im VatikanFoto: A. Kleineberg


Die Bildnisse des römischen Kaisers und der Angehörigen des Kaiserhauses waren im römischen Reich in verschiedenen Medien omnipräsent. Die frei stehende Büste war dabei als zweithäufigste, rundplastische Darstellungsform ein zentraler Bestandteil der kaiserlichen Repräsentation, die im Gegensatz zur öffentlich aufgestellten Ehrenstatue die Ehrung der Angehörigen des Kaiserhauses in neuen Verwendungskontexten – in der Villa oder im Haus – ermöglichte. hier weiterlesen

Obwohl die frei stehenden Büsten der weiblichen Angehörigen des Kaiserhauses eine wesentliche Komponente der kaiserlichen Porträtrepräsentation waren, ist bis heute nicht untersucht, wie sie verwendet wurden und welches spezifische Repräsentationspotenzial ihnen zukam. Von besonderer Bedeutung ist hierbei, dass die Rolle der weiblichen Angehörigen des Kaiserhauses zu Beginn des römischen Prinzipats überhaupt erst zu definieren und zu legitimieren war, da mit ihnen erstmals Frauen nicht (ausschließlich) in ihrer Funktion als Stifterinnen und Priesterinnen in den Vordergrund traten, sondern die Teil der familia des Princeps waren.

Das Projekt nimmt daher auf der Basis einer typologisch-ikonographischen und genderspezifischen, vor allem aber medienspezifischen Analyse Fragen zu ihrer Funktion und Bedeutung in den Blick. Dadurch werden zum einen Besonderheiten der frei stehenden Büste im Kontext der Repräsentations- und Kommunikationsstrategien in römischer Zeit herausgearbeitet. Zum anderen gibt eine solche Analyse dadurch Aufschluss über die Bedeutung der weiblichen Angehörigen des Kaiserhauses im politisch-sozialen Gefüge des römischen Prinzipats.