Aufarbeitung der Grabungsergebnisse in Kaunos (Schmaltz)

In Kaunos ausgegrabener Stempel
 


Nachdem in den letzten Jahren vor allem Materialkomplexe in Arbeit waren, so die attische Keramik der ‚Palästraterrasse‘ und die Amphorenstempel von Kaunos, gilt seit kurzem das Bemühen der Vorlage der letzten Grabungskampagnen 2004–2006. Diese Aktivitäten mußten seinerzeit recht abrupt beendet werden, obwohl noch viele Fragen offen waren. Da mittlerweile die türkischen Kollegen etliches klären konnten, ist es möglich, so etwas wie einen Schlußstrich zu ziehen. Dabei zeichnet sich ab, dass der heute so beeindruckende Bestand des weitgehend umlaufenden Stylobates (mit Stoen?) und der Kirchen-Ruine auf der einst durch hohe Mauern herausgehobenen ‚Palästraterrasse‘ eine letzte Blüte der Stadtgeschichte darstellt.

Zahlreiche Indizien legen nahe, dass die Anlagen der Spätantike bzw. frühbyzantinischen Zeit angehören, wobei reichlich älteres Steinmaterial und ältere Strukturen genutzt wurden. Ein aus Spolien errichtetes Fest-Tor führte den Besucher auf der Linie einer alten Straße von der westlich gelegenen Unterstadt hinauf zur Bischofskirche (errichtet auf einem älteren Ring-Fundament), die von umlaufenden Hallen weitläufig gefaßt werden sollte – ein Projekt, das nicht mehr vollendet wurde. Die älteren, meist wieder zugeschütteten Anlagen, zwei das Areal querende Straßen, zwei Bezirke (wohl Heiligtümer im Zentrum) sowie verschiedene Terrassierungen tragen offensichtlich in kleinteiliger Gliederung der geographischen Situation mit ihren markanten Felskuppen und Senken Rechnung.