Die Osteotheken im Kerameikos von Athen (abgeschlossen, Keßler)

Osteotheken im Kerameikos
Osteotheken im KerameikosFoto: T. Keßler


Die Vorlage der Osteotheken, also der steinernen Bestattungsgefäße, aus dem Gebiet der Kerameikosgrabung stellte ein Desideratum dar, dem mit folgendem Katalog nun Rechnung getragen werden soll. Da bislang eine derartige Zusammenstellung für den griechischen Raum fehlt, kann hier nur ein erster Schritt in Richtung eines Verständnisses der Verwendungsumstände dieses ungewöhnlichen Typus von Grabgefäßen getan werden. hier weiterlesen

Neben lediglich wenigen Steinurnen des 5. Jh. v. Chr. ist, wie sich zeigte, eine Vielzahl der insgesamt fünfzig Stücke der Spätklassik sowie dem Frühhellenismus zuzuordnen, während eine weitere Häufung im Verlauf der Römischen Kaiserzeit zu beobachten ist. Letztere fällt durch die mehrfach dokumentierte Zweitverwendung steinerner Gefäße (u. a. einer Reihe von Getreidemörsern) auf, wie auch insgesamt durch ein höheres Maß an Heterogenität. Demgegenüber bilden die Stücke des 4. Jh. v. Chr. eine homogenere Gruppe, deren Anklänge an parische Osteotheken gleicher Zeitstellung womöglich auf einen Ideentransfer hindeuten könnten.