ERC Grant DECOR

Teilprojekt 4: Dekorative Prinzipien römischer Tempel in Italien

Brescia
Spätrepublikanisches Heiligtum in Brescia, Innenraum der westlichen CellaFoto: A. Kleineberg

 

Ziel des Projektes ist es, anhand einer systematischen Analyse italischer Heiligtümer des 2. Jhs. v. Chr. bis zum Ende des 1. Jhs. n. Chr. die Funktion und Bedeutung ihrer charakteristischen Decorformen im Hinblick auf besondere Gestaltungs- und Wirkungsprinzipien und die mit ihnen verbundenen spezifischen Atmosphären und Raumqualitäten zu erfassen.

Für die Untersuchung der ästhetisch-semantischen Ebene der verschiedenen Decorelemente sind neben der bautypologischen Analyse etwa zu ihrer Architektur und Anlage, ihrer Einbettung in den städtischen Raum sowie der Gestaltung der Innenräume (etwa Kultstatuen, Gestaltung der Fußböden, Wände und Türen, die verwendeten Materialien) zu berücksichtigen. Der Ausgangspunkt der Studie ist eine repräsentative Auswahl spätrepublikanisch-frühkaiserzeitlicher Tempel in Italien und Rom. Die Fallstudien (z.B. Brescia, Pompeji) müssen zudem weitere Tempel vergleichend miteinbeziehen, um Besonderheiten der Decor-verwendung in diachroner Perspektive zu erfassen. Auch wenn der Decor der republikanischen Tempel z.B. in Rom oft nur partiell zu rekonstruieren ist, erlauben sie es dennoch, wichtige Entwicklungen ihrer Architektur und ihrer Anlage im urbanen Raum zu erschließen. Häufig sind die Tempel zudem in aufwändig gestaltete Platzanlagen integriert, sodass sie durch die rahmenden Portiken hervorgehoben werden. Ferner sind die dekorativen Prinzipien römischer Tempel konsequent in den Kontext ihrer sakralen Funktionen einzubetten, zu denen insbesondere Kulthandlungen und Opfer sowie religiöse Feste zählen.