ERC Grant DECOR

Teilprojekt 3: Die Insula IX,5 in Pompeji als Kontext decorativer Systeme

Pelias, König von Iolkos, stoppt auf den Stufen eines Tempels als er den jungen Jason anhand seiner fehlende Sandale erkennt
Pelias, König von Iolkos, stoppt auf den Stufen eines Tempels, als er den jungen Iason anhand seiner fehlende Sandale erkennt.public domain, Quelle

 

Im dritten Teilprojekt wird eine kontextuelle Vertiefung des Ansatzes von Teilprojekt 1 geleistet. Es geht nicht um eine Geschichte der decorativen Prinzipien in ihrer Gesamtheit, sondern um ein Verständnis des Zusammenspiels von Decorformen, wie sie auf einer einzigen Insula in Pompeji nebeneinander anzutreffen sind.

In Abgrenzung zu bisherigen Studien werden dabei die vergleichsweise kleinen Häuser der Insula IX 5 untersucht. So ist zu diskutieren, welchen Einfluss der begrenzte Raum auf die Ausstattung hatte und in welcher Weise der Decor mit der Architektur interagierte. Im Zusammenhang mit der Architektur wird auch die Infrastruktur der Insula untersucht. Besonders die Beleuchtung und Wasserzufuhr steht dabei im Mittelpunkt, da Licht und Wasser ebenfalls als Decor fungieren können. Zu denken wäre dabei an große Fenster, die Pavimente oder Malereien beleuchten oder Brunnenanlagen. Dafür wurden die noch erhaltenen Decorelemente vor Ort gesichtet und mithilfe von Grabungsberichten, Fotografien, Zeichnungen und Aquarellen des heute verlorenen Decors ergänzt.

Der chronologische Schwerpunkt liegt dabei auf der Ausstattung zum Zeitpunkt der Zerstörung 79 n. Chr. Innerhalb des zeitlichen und räumlichen Kontexts ist zu hinterfragen, welche ästhetischen und semantischen Zusammenhänge zwischen den Decorelemten existieren und in welcher Weise diese die Raumwahrnehmung beeinflussen. Neben der Wirkung der Decorlemente wird auch zu analysieren sein, welche Strategien die Hausbesitzer bei der Erneuerung ihrer Ausstattung wählten. Besonders Decorelemente unterschiedlicher Zeitstellungen erlauben dabei Rückschlüsse, welche Bereiche des Hauses neu dekoriert und welche belassen wurden. Gibt es Elemente, die bevorzugt zusammengestellt wurden und ist dabei ein klares Konzept erkennbar? Gibt es Auffälligkeiten beim Umgang mit Schäden? Abschließend werden die dekorativen Strukturen der einzelnen Häuser in einer komparativen Analyse der ganzen Insula miteinander in Bezug gesetzt.